Die Welt im Umbruch
Thementag Politik 2026
Als sich im Jahr 1989 das Ende des Systemkonflikts zwischen kapitalistischer Demokratie und planwirtschaftlichem Staatskommunismus abzeichnete, schien der Siegeszug der westlichen Demokratien unaufhaltsam. Der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama sprach sogar vom „Ende der Geschichte“. Heute, 37 Jahre später, befinden sich die westlichen Demokratien in einer tiefen Krise. Das westliche Bündnissystem, die NATO, verliert möglicherweise mit den USA ihre bisherige Führungsmacht, während weltweit immer mehr Staaten autoritär regiert werden.
Vor diesem Hintergrund stand der diesjährige Thementag Politik unter dem Motto „Die Welt im Umbruch“. Luca Klein von der Universität Regensburg beleuchtete die aktuellen globalen Konfliktlinien und hinterfragte dabei etablierte Deutungsmuster wie den Gegensatz von Demokratien und Autokratien, den Nord-Süd-Konflikt oder die Rivalität der Großmächte China, Russland und USA. Zugleich regte er sein Publikum dazu an, diese Narrative kritisch zu reflektieren und internationale Entwicklungen differenziert zu betrachten.
Im Anschluss zeigte seine Kollegin Lisa-Marie Geltinger auf, wie sich die Kriegsführung im 21. Jahrhundert grundlegend verändert hat: Konflikte werden heute nicht mehr ausschließlich auf dem Schlachtfeld, sondern zunehmend auch im digitalen Informationsraum ausgetragen. Die Referentin erläuterte anschaulich, wie diese hybriden Formen der Konfliktführung funktionieren, und machte dabei deutlich, weshalb Medienkompetenz und kritisches Denken heute zu den wichtigsten Voraussetzungen für die Sicherheit einer freien demokratischen Gesellschaft gehören.
Zum Abschluss dankte Schulleiter Markus Höß den beiden Referenten für ihre sehr interessanten und fundierten Vorträge. Sein besonderer Dank galt zudem Regionalreferent Günter Völker von der Hanns-Seidel-Stiftung, deren langjährige Unterstützung den Thementag Politik erst möglich macht.
Christian Böhm
Fotos: Dieter Lengenfelder