Indien zu Gast am Ruperti-Gymnasium

Zwei Wochen voller Begegnungen, Entdeckungen und neuer Perspektiven

Nach dem Besuch der Schülerinnen und Schüler des Ruperti-Gymnasiums in Chennai Anfang des Jahres stand nun der Gegenbesuch auf dem Programm: Vom 1. bis 14. Mai 2025 waren unsere indischen Austauschpartnerinnen und -partner zu Gast in Mühldorf und am Ruperti-Gymnasium. Nachdem die angespannte internationale Sicherheitslage im Vorfeld zeitweise für Unsicherheit hinsichtlich der Durchführung gesorgt hatte, war die Freude umso größer, als die Gäste schließlich wohlbehalten in Bayern ankamen.

In den zwei Wochen erwartete die Schülerinnen und Schüler aus Chennai ein abwechslungsreiches Programm, das ihnen die Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft Bayerns näherbrachte. Gleichzeitig entstanden zahlreiche persönliche Begegnungen, die den eigentlichen Kern eines jeden Schüleraustauschs bilden.

Ein besonderes Highlight war der Ausflug an den Chiemsee. Neben der Schifffahrt zur Herreninsel beeindruckte vor allem das prachtvolle Schloss Herrenchiemsee, das König Ludwig II. nach dem Vorbild von Versailles errichten ließ. Ebenso spannend war die dortige Ausstellung zum Grundgesetz, die den Gästen einen Einblick in die demokratischen Grundlagen Deutschlands vermittelte.

Auch die politische Bildung spielte während des Aufenthalts eine wichtige Rolle. Im Dokumentationszentrum Obersalzberg setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Zeit des Nationalsozialismus und deren Folgen auseinander. Beim Besuch des Bayerischen Landtags erhielten sie zudem einen direkten Einblick in die parlamentarische Arbeit. Besonders interessant war dabei das Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Sascha Schnürer, der Fragen zu aktuellen politischen Themen beantwortete und die Funktionsweise der bayerischen Demokratie erläuterte.

Daneben durfte natürlich auch das Kennenlernen der regionalen Wirtschaft nicht fehlen. Bei Betriebs- und Werksführungen bei den Unternehmen ODU und Fliegl erfuhren die indischen Schülerinnen und Schüler sowie beiden Begleitlehrkräfte aus erster Hand, welche innovativen Produkte in unserer Region entstehen und welche Bedeutung internationale Zusammenarbeit für moderne Unternehmen hat.

Zahlreiche Tagesausflüge führten die Gruppe außerdem in einige der schönsten Städte Bayerns und Österreichs. Regensburg mit seiner mittelalterlichen Altstadt, Salzburg als Geburtsstadt Mozarts sowie die bayerische Landeshauptstadt München boten vielfältige Eindrücke von Geschichte, Architektur und urbanem Leben.

Auch Mühldorf selbst wurde genauer erkundet. Bei einer Stadtführung lernten die indischen Schülerinnen und Schüler die Geschichte ihrer Gaststadt kennen und erhielten spannende Einblicke in die regionale Entwicklung und lokale Besonderheiten.

Natürlich stand während des gesamten Aufenthalts auch der Schulalltag am Ruperti-Gymnasium auf dem Programm. Die Gäste besuchten den Unterricht, arbeiteten gemeinsam mit ihren Austauschpartnerinnen und -partnern und konnten so das deutsche Schulsystem unmittelbar erleben. Gleichzeitig boten zahlreiche gemeinsame Aktivitäten Gelegenheit, Freundschaften zu vertiefen und kulturelle Unterschiede ebenso wie Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Nicht fehlen durften außerdem die kulinarischen und kulturellen Besonderheiten Bayerns. Von traditionellen Spezialitäten bis hin zu Besuchen bayerischer Volksfeste konnten die Gäste regionale Traditionen hautnah erleben und viele neue Eindrücke sammeln.

Den stimmungsvollen Abschluss bildete ein gemeinsames Fest am Ruperti-Gymnasium. Bei bestem Wetter wurde gemeinsam gegrillt, gelacht und auf zwei ereignisreiche Wochen zurückgeblickt. Für die musikalische Umrahmung sorgten Schülerinnen und Schüler des Ruperti-Gymnasiums mit zünftiger Blasmusik. Ein weiterer Höhepunkt waren die Tanzeinlagen des Trachtenvereins, die den Gästen ein lebendiges Bild bayerischer Brauchtumspflege vermittelten.

Der Austausch mit Chennai hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll persönliche Begegnungen über Länder- und Kulturgrenzen hinweg sind. Aus gemeinsamen Erlebnissen wurden neue Freundschaften und aus Neugier wurde gegenseitiges Verständnis.

Michael Kunze

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